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Harald Grunsky

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Corporate Identity und Kommunikation

Warum Corporate Identity in der Kommunikation beginnt – und nicht beim Logo

Wenn von Corporate Identity (CI) die Rede ist, denken die meisten an Logos und Design. Tatsächlich entscheidet jedoch die kommunikative Qualität der Inhalte darüber, ob eine Marke verstanden wird. Erfolgreiche Markenführung beginnt selten mit der visuellen Oberfläche, sondern mit der strategischen Redaktion des Textmaterials. Text ist kein nachgelagertes Detail – er ist das direkte Sprachrohr der Identität.

In der Praxis wächst die Kommunikation über Jahre ungeordnet. Neue Angebote kommen hinzu, Prioritäten verschieben sich. Das Ergebnis: Die inhaltliche Identität zerfasert. Besonders bei komplexen Institutionen wie Museen oder Organisationen folgt die Kommunikation häufig internen Abteilungseitelkeiten statt den echten Denkwegen der Besucher. Eine Marke kann jedoch nur dann Orientierung stiften, wenn ihre Botschaften einer klaren, logischen Struktur folgen.

Textredaktion als strategische Markenführung

Bevor über Kanäle oder Kampagnen nachgedacht wird, muss feststehen, was eine Institution kommuniziert und in welcher Reihenfolge Informationen wahrgenommen werden. Redaktion bedeutet in diesem Kontext strategische Kommunikation: Es geht um das Ordnen, Gewichten und Schärfen der Kernbotschaften.

Doch wie schreibt man einen guten, wirksamen Text? Wer seine eigenen Inhalte verfasst, wird schnell betriebsblind. Der wichtigste Praxistipp für die Praxis lautet daher: Lass den Text mindestens einen Tag liegen. Erst mit diesem Abstand gewinnt man die nötige Objektivität, um in die Rolle des Lesers zu schlüpfen und den Content anhand handfester Faktoren zu prüfen:

  • Die ersten 10–20 Wörter: Sprechen sie innerhalb von 3–5 Sekunden das konkrete Bedürfnis des Nutzers an? Wenn der Einstieg keine sofortige Relevanz erzeugt, bricht der Leser ab.
  • Das Nutzenversprechen: Macht die Einleitung umgehend klar, warum es sich lohnt, dem Text Zeit zu schenken?
  • Die Einlösung: Liefern die folgenden Absätze präzise das, was Überschrift und Einstieg versprochen haben?
  • Die Radikalität: Sind mehr als fünf Prozent der Sätze löschbar, weil sie keinen echten Beitrag leisten? Ein starker Text verzichtet auf geschwätzige Umwege.

Fazit

Kommunikation ist kein rein intuitiver Prozess, sondern ein struktureller. Eine Corporate Identity wird erst durch die Klarheit ihrer Worte lebendig. Die eigentliche Kommunikationsleistung beginnt lange vor der Veröffentlichung: Sie ordnet Komplexität, schafft Relevanz und transportiert die Identität einer Institution substanziell und erlebbar.

KREATIVBÜRO HARALD GRUNSKY

Kommunikationsdesign

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