Warum manche Logos ums Verplatzen nicht größer werden wollen
Kommt bei mir immer mal wieder vor: Kunde schickt Firmenlogo als JPG – winzig, unscharf, auf die Schnelle aus dem Briefkopf kopiert. Die Bitte dazu: „Können Sie das für den Messestand verwenden? Drei Meter breit, danke!“
Die kurze Antwort: Nein.
Die freundlichere Antwort erklärt, warum das so ist. In aller Kürze:
Pixel sind Punkte (meistens eckige). Vektoren sind Formeln.
Um das Thema zu durchdringen, muss man also die „technische DNA“ dieser beiden unterschiedlichen Bildtypen verstehen:
- Das Pixelraster: Ein Bild im Format JPG, PNG oder GIF ist ein digitales Mosaik. Es besteht aus einer definierten, starren Anzahl kleiner Farbquadrate. Je kleiner, je schärfer. Wird eine solche Rastergrafik künstlich vergrößert, werden aber leider keine neuen Kacheln, sprich Bilddetails hinzuerfunden. Die vorhandenen Punkte werden einfach nur „aufgeblasen“. Das Ergebnis: drei Meter Unschärfe, „Treppenstufen“ an den Kanten. Das Logo sieht sch… limm aus. Außer aus 30 Meter Entfernung, dann geht’s eigentlich.
- Die Vektorgrafik: Ein Vektorbild ist Mathematik! Es kachelt keine starren Punkte in den Raum, sondern mathematische Beschreibungen der Formen, Linien, Farben und Kurven: als Formeln. Ich habe diese noch nie gesehen und das muss man auch nicht. Wenn man solch ein Bild vergrößert, berechnet der Computer die Kurven usw. in Millisekunden neu. Eine Linie bleibt eine messerscharfe Linie – völlig egal, ob auf einer Visitenkarte oder auf einem Hochhausbanner. Die Skalierung funktioniert absolut ohne jeden Qualitätsverlust, beliebig oft und extrem sauber. Es sollte uns trösten, dass es in dieser Welt noch so etwas Schönes gibt!
Wann ist Vektor Pflicht?
Wenn Flexibilität gefragt ist. Ein Firmenlogo muss bei jedem denkbaren Auftritt „performen“: im Großformatdruck, auf Werbeschildern, ein Vektor ist unabdingbar bei Textilstickereien auf Kleidung oder feinen Lasergravuren auf Werbegeschenken. Auch für schnelle Farbänderungen – wie eine reine Schwarz-Weiß-Version – ist der Vektor die einzig wirklich freudebringende Arbeitsgrundlage.
Das Fazit für clevere Kunden
Wer ein Logo bei einer Designagentur in Auftrag gibt, oder in einem pfiffigen Kreativbüro, sollte immer auf die Lieferung der echten Vektordatei bestehen – erkennbar an den Dateiendungen .ai, .eps oder .svg. Sie ist das einzig Wahre und das Fundament Ihrer grafischen Markenidentität. Alles andere kann nur eine komprimierte Kopie davon sein.
